Kfz-Versicherung Kanada/USA

Seit 2018 ist es problematisch, als EU-Bürger eine nordamerikanische KFZ-Versicherung zu bekommen. Hintergrund soll die verfluchte DSGVO sein (besondere Bestimmungen für die Speicherung von Daten von EU-Bürgern außerhalb der EU).

 

Es gibt amerikanische Versicherungs-Agenten, die europäischen Interessenten dazu raten, einfach eine Adresse in den USA oder Kanada beim Antrag anzugeben. Das ist unseriös und rechtlich höchst bedenklich. Nach meiner Einschätzung wird die Versicherung im Schadenfall nicht bezahlen, wenn man nachweislich falsche Angaben beim Antrag gemacht hat. Und bei den hohen Summen, um die es in Nordamerika oft geht, wird die Versicherung sich bestimmt die Mühe machen, den vermeintlichen amerikanischen Wohnsitz zu prüfen. Dass die Versicherung bis zum Schadensfall deine Prämie kassiert hat, begründet leider keinen validen Vertrag.

Viele Social-Media-Emfehlungen von Versicherungen, die einen amerikanischen Wohnsitz voraussetzen, ignorieren diesen Aspekt.

 

Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit nur zwei Versicherungs-Agenten, die valide KFZ-Haftpflichtversicherungen für Nordamerika an Ausländer ohne Wohnsitz in den USA oder Kanada verkaufen:

 

1) Motorcycle-Express (National General Insurance) https://www.motorcycleexpress.com/naip-definitions

 

2) Seguro Gringo (National Unity Insurance Company)

www.segurogringo.com

 

Ad 1) Über die waren wir auch 2010 auf der Weltreise versichert. Damals und auch heute (2022) verlief der Kontakt sehr freundlich, professionell und reaktionsschnell (stets Antwort innerhalb 24 Stunden).

Die Prämie, die Motorcycle Express nun haben wollte, hat uns jedoch geschockt. Die war mit 1.135 USD für sechs Monate zweieinhalb mal so hoch, wie vor 12 Jahren.

Da wir noch immer das gleiche Motorrad-Modell fahren, ist die Vergleichbarkeit diesbezüglich gegeben.

Deckungssummen: $100,000/300,000/50,000 (mehr dazu weiter unten). Gültig für USA und Kanada.

Der Abschluss erfolgt online über ein Formular, das einige Macken hat, aber grundsätzlich funktioniert, wenn man keine Bausteine verändern möchte.

 

Ad 2) Auch Seguro Gringo (Versicherungsagent) hat mir stets sehr zeitnah geantwortet, genauso wie die eigentliche Versicherungsgesellschaft. Allerdings waren die Antworten und vor allem das Policen-Konstrukt nicht professionell für meinen Geschmack. Immerhin war der Agent um Transparenz bemüht und sendete auch eine umfassende Anleitung.

Nach erfolgreichem Online-Abschluss bekommt man eine zweiseitige Police. Auf der ersten steht explizit an zwei Stellen, dass sie nur für Mexikaner gilt und nur für maximal 28 Tage dauernde Aufenthalte in den USA. Auf Seite 2 wird dann eine Änderung bescheinigt, die aber an Eindeutigkeit noch Optimierungspotenzial hätte.

Angesichts der sehr viel günstigeren Prämie von 299 USD für sechs Monate USA und 475 USD, wenn man Kanada noch hinzunehmen möchte, haben wir uns dann trotz des haarsträubenden Policen-Konstrukts für Seguro Gringo entschieden.

Weil mir die Sache nicht koscher vorkam, habe ich übrigens auch noch die eigentliche Versicherungsgesellschaft in Texas angeschrieben, die mir zwar eine unprofessionelle schwammige Antwort gab, aber zumindest bestätigte, dass sie neben der Versicherung für Mexikaner auch eine für Touristen anbieten würde.

Deckungssummen für USA: 30.000/60.000/25.000

Für Kanada: 200.000 in Summe

Deckungssummen

 

Die drei oben genannten Zahlen stehen für:

Maximalsumme Personenschaden/Tod 1 Person / Maximalsumme aller Personenschäden eines Unfalls / Maximalsumme Sachschäden

 

Angesichts der exorbitanten Schadensersatzsummen, die in Amerika möglich sind, sind die Deckungssummen beider Versicherungen eigentlich ein Witz.

Kfz-Versicherung Pflicht in USA / Kanada?

 

Theorie: Ich hab sowohl gelesen, dass in beiden Ländern eine Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht ist, als auch, dass das in den USA von Staat zu Staat unterschiedlich ist.

Praxis: 2010 auf der Weltreise wollte weder beim temporären Import in Halifax (Kanada) jemand einen Versicherungsnachweis von uns sehen, noch bei den nachfolgenden Grenzübertritten nach Alaska, Kanada und den „lower 48“ der USA.

Krad-Vagabunden – Licht und Schattenseiten einer Weltreise - Teil 1: Die Amerikas, Neuseeland und Australien

 

Neben spannenden Anekdoten aus dreieinhalb Jahren Motorrad-Weltreise, die oft mit selbstironischem Augenzwinkern erzählt werden, liegt der Fokus meines Buches auf einer anschaulichen Schilderung des Lebens „on the road“, das weit entfernt ist von einem niemals enden wollenden Urlaub. Denen, die von einer großen Reise träumen – egal mit welchem Fortbewegungsmittel – möchte ich einen realistischen Einblick in das Leben geben, auf das sie sich einlassen möchten. Allen anderen verspreche ich eine mitreis(s)ende, authentische Geschichte mit Höhen und Tiefen – Lachen, Staunen und Horizonterweiterung inklusive.

 

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