Welches Werkzeug braucht man auf Motorrad-(Fern)-Reisen?

Mit diesem Werkzeug sind wir um die Welt gefahren.

Und mit diesem Werkzeug haben wir auch alle folgenden Fern- und Urlaubsreisen bestritten.

Und damit erledige ich auch zuhause fast alle Reparaturen und Wartungsarbeiten.

Auf dem Foto fehlen lediglich die Montiereisen zum Reifenwechseln, ein 12-Volt-Kompressor, ein kleines Tool für Simmeringe und auf Welt- und Fernreisen nehm ich noch Werkzeug zum Kette trennen und vernieten mit. Letzteres dürfte für die Allermeisten jedoch nicht sinnvoll sein.

 

Um sein Werkzeug-Set optimal zu reduzieren, kann es sinnvoll sein, eine Weile beim Schrauben daheim alle benutzen Schrauben-, Inbus-Schlüssel und Nüsse mit Edding oder anderweitig zu markieren.

So zeigte sich bei unseren Motorrädern, dass z.B. gewisse Schlüsselweiten bei uns gar nicht gebraucht werden und ich so einiges an Gewicht sparen konnte.

Ergänzend zum Thema ein Text aus einem meinem Buch Krad-Vagabunden - Licht- und Schattenseiten einer Weltreise, Teil 1: die Amerikas, Neuseeland und Australien

 

Muss ein Fernreisender gut schrauben können?

 

Wie viel muss man selber schrauben können, wenn man auf Fernreise geht? Wie so oft, gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Wer mit einem modernen Fahrzeug startet, der kann heutzutage durchaus hoffen, dass es auf den ersten 50- oder 100.000 km keine größeren Probleme außer Verschleiß und Unfällen gibt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Man kann also durchaus ohne jegliche Mechanikerkenntnisse ein solches Abenteuer wagen – speziell, wenn es überwiegend durch infrastrukturstarke Industrieländer geht. Die Kehrseite der Medaille: Wenn man nichts selber machen kann, dann muss man für alle Arbeiten am Fahrzeug bezahlen und das wird in der Fremde teuer. Zudem gibt es in Entwicklungs­ländern oft kein Know-how, so dass man hilflos Pfusch und Betrug aus­gesetzt ist – nicht selten mit fatalen Folgen bis hin zum tech­nischen Aus der Reise. Ein realistisches Mittelmaß: Dass man wenigsten fähig ist, alle einfachen Wartungsarbeiten selber auszuführen. Z.B. den Wechsel von Öl/Ölfilter, Reifen, Zündkerzen, Luftfilter, Brems­belägen, Glühbirnen und Zügen. Zudem sollte man zumindest in der Lage sein, die Notwendigkeit für andere Reparaturen selbst beur­teilen zu können, damit man sie beizeiten ausführen lassen kann und nicht über den Tisch gezogen wird. Z.B. Lenkkopf- und Radlager, Speichen usw.

Für vieles braucht man kein großes Talent und wahrlich keine (Zweirad-)Mechaniker-Lehre. Das kann man in speziellen Kursen an einem einzigen Tag lernen. Wer zumindest ein paar Grundkenntnisse hat, wird so manches Problem „on the road“ selbst lösen können – vor allem in Situationen, in denen man es mangels Hilfe hinbe­kommen MUSS. Perfekte Lösungen sind da nicht gefragt. Was zählt, ist, dass es irgendwie weitergeht - auch wenn der Profi-Schrauber von daheim die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und der TÜV-Prüfer Bluthochdruck bekommen würde.

Ich hab fast alles, was ich über Motorräder weiß, durch Pannen und Defekte am konkreten Beispiel gelernt. Wenn einem das einmal passiert ist, weiß man beim nächsten Mal Bescheid. Und mit jedem Erfolgserlebnis steigt die Zuversicht, auch das nächste Malheur irgendwie in den Griff zu bekommen. Einerseits würde ich also sagen: Nur Mut! Das klappt schon! Andererseits sollte man aber auch mit Bedacht sein Transportmittel wählen. Neuere Fahrzeuge sind tendenziell zuverlässiger. Oft hört man: An Älteren kann man mehr selber machen. Das wird zum Bumerang, wenn man mangels Fähigkeiten rein gar nichts selber machen kann. Dann bedeutet ein älteres Motorrad/Auto nämlich einfach nur, dass man wahrscheinlich viel öfter in die Werkstatt muss, als mit einem neuen. So was kann schnell zu Dauerfrust und dem Abbruch der Reise führen. Wer ständig überfordert ist, hat keinen Spaß!

 

Artverwandtes Thema: Welche Ersatz- und Verschleißteile sollte man auf eine Motorrad-(Fern-)Reise mitnehmen?

Die Bücher zu unserer dreieinhalbjährigen Motorrrad-Weltreise:

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