Länderinfos Aserbaidschan

 

 

 

Einreise

 

Das eVisum für Aserbaidschan kann man online beantragen: https://evisa.gov.az/de/

Dauert maximal 3 Tage, war bei uns nach weniger als 24h fertig und kostet 23 USD.

90 Tage Zeitraum frei wählbar, innerhalb dem man einreisen muss. Ab Einreise darf man 30 Tage bleiben. Man braucht eine Kreditkarte zur Bezahlung (kann auch die von jemand anderem sein). Man bekommt dann eine Mail mit einem Downloadlink fürs Visum, das man ausdrucken muss.

 

Bei der Einreise muss man das Motorrad rückwärts vor eine Kamera schieben, die das Kennzeichen aufnimmt. Ansonsten das Übliche. Lief entspannt und effizient ab.

 

Registrierung zwingend erforderlich, wenn man länger als 10 Tage bleiben will. Muss eigentlich sofort, da facto vor dem zehnten Tag erfolgen.

Die Registrierung wird normalerweise durch Hotels durchgeführt, aber nur auf Verlangen und nicht automatisch.

 

Armenien und Aserbaidschan sind seit über 40 Jahren im Krieg, auch wenn Waffenruhe besteht, die allerdings nicht 100%ig eingehalten wird. Von offizieller aserbaidschanischer Seite wird das Thema nachwievor ziemlich unentspannt gesehen. Wer einen armenischen Stempel im Reisepass hat, wird unter Umständen bei der Einreise härter/intensiver rangenommen. Rein kommt man aber dennoch.

Falls man beide Länder bereisen möchte, bietet sich daher an, Aserbaidschan erst zu machen.

Sollten die Aserbaidschaner Kenntnis rausfinden, dass man in Bergkarabach war, hat das nochmal eine andere Qualität. Das ist eine Straftat. Wir wissen allerdings von einem Fall aus „zweiter Hand“, wo ein Mädel es naiverweise selber zugegeben hat und trotzdem einreisen durfte.

 

 

 

 

Kfz-Ein-/Ausfuhr

 

Beim temporären Import des Fahrzeuges bekommt man ein Dokument, das man bei der Ausreise wieder vorzeigen muss.

 

Ich weiß von einem Fall aus 2018, wo bei der Durchsuchung eine Drohne gefunden wurde. Erst wollten sie sie konfiszieren und dann haben sie sich auf den Kompromiss eingelassen, dass die Drohne verplombt und das im Pass eingetragen wurde und der Motorradfahrer nur ein Transitvisum für 10 Tage bekam.

 

 

 

 

Kfz-Versicherung

 

Eine Kfz-Versicherung ist für Aserbaidschan Pflicht. Am einfachsten ist es, wenn man das entsprechende Kästchen auf der grünen Versicherungskarte nicht geXt hat. Bei vielen Versicherung ist das Land jedoch ausgeschlossen, aber auch das ist kein Weltuntergang. Für 5,50 EUR kann man an der Grenze eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, die einen Monat lang gültig ist.

 

 

 

 

Verkehr / Polizei / Straßenzustand

 

Im regionalen Vergleich mit Georgien oder Iran ist der Verkehr normal zu nennen. Nach europäischen Maßstäben fahren die Aserbaidschaner wie rücksichtslose Chaoten.

Extrem dichtes Überholen, Schneiden beim Wiedereinscheren, Überholen „auf der dritten Spur“ und in nicht einsehbaren Kurven und das Vordrängeln an Ampeln und bei anderen Situationen sind normal. Zur Unfallträchtigkeit trägt bei, dass die eine Hälfte mit uralten, klapprigen Kleinwagen unterwegs ist, die anderen Hälfte der Autofahrer, relativ neue, leistungsstarke Autos fährt, die sie aber nicht wirklich beherrschen.

Nichtsdestotrotz: Wenn man sich an die rauen Sitten und den riskanten Fahrstil einmal gewöhnt hat, ist es alles nicht mehr so schlimm.

 

Die Zeiten, als alle paar Kilometer ein korrupter Polizist lauert und die Hand aufhielt, sind vorbei. Wir wurden in drei Wochen / auf über 4.000 km kein einziges mal an den zahlreichen Checkpoints und mobilen Verkehrskontrollen gestoppt.

 

Große Landstraßen sind asphaltiert und meist in gutem Zustand. Je kleiner, desto mehr Schlaglöcher und desto eher Piste. Die sind zwar im schlimmsten Fall buckelig und staubig, aber nur sehr selten schlammig. Auch Erdrutsche oder von Regen oder Hochwasser weggerissene Straßen und Brücken schienen kein Problem zu sein.

Wer´s sich gerne so richtig besorgen will, findet aber in Aserbaidschan durchaus auch richtig harte Pisten. Aber die muss man schon gezielt suchen.

 

 

 

 

GPS

 

Zur Open Street Map gibt es praktisch keine Alternative.

Die POIs sind sehr mager. Das Straßennetz ist umfangreich, aber mangelhaft kategorisiert, so dass man regelmäßig über schlechtere Straßen oder Pisten fährt, als die Notation es vorab suggerierte.

Dazu kommen noch vereinzelt Routingprobleme.

Alles in Allem kann man mit der OSM in Aserbaidschan passabel fahren, aber man kann sich nicht blind auf´s Routing verlassen. Augenmaß und manuelles Eingreifen sind oft gefragt.

 

OSM-Karte:

http://garmin.openstreetmap.nl/

 

Eine umfangreiche GPS-Daten-Sammlung gibt es als Bonus zu unserem Buch Abenteuer Kaukasus - eine Reise zu den höchsten Bergen Europas

 

 

 

Landkarten / Reiseführer

 

Wir waren mit der Reise Know-How Landkarte Aserbaidschan unterwegs.

Neben den unschlagbaren physischen Eigenschaften der Reise-Know-Karten (wasserabweisend, reißfest) mag ich die zahlreichen Markierungen für Sehenswürdigkeiten. Da kann man Touren einfach auf Basis der Kartenlage ohne Zuhilfenahme von Reiseführern planen.

Ähnlich wie bei der OSM-Digitalkarte sind jedoch auch hier die Kategorisierungen der Straßen irreführend. In einigen wenigen Fällen sind Straßen eingezeichnet, die sich erst im Bau befinden oder wo gerade mal die Trasse angelegt wurde. Vielleicht wird da von staatlicher Seite den Verlagen Soll-statt Ist-Zustand zur Verfügung gestellt.

 

 

Unser Lieblingsreise für Osteuropa und den Kaukasus sind vom Trescher-Verlag:

Uns gefallen sie inhaltlich und man läuft so zumindest nicht immer mit der "Lonley-Planet-Herde".

Reiseführer Aserbaidschan: Mit Baku, Kaukasus und Kaspischem Meer

 

 

 

 

(Wild) Campen

 

Reguläre Campingplätze sind in Aserbaidschan nahezu unbekannt. Der Reiseführer erwähnte an einem einzigen Ort welche, die wir aber wetterbedingt nicht ausprobieren konnten.

 

Wildzelten ist in einigen Gegenden gut möglich und auch von der Sicherheitslage her unbedenklich. In vielen Bereichen ist es aber wegen Landwirtschaft, dem Mangel an ebenen Freiflächen in den Bergen und wegen des Militärs unmöglich.

 

 

 

 

Sicherheit:

 

Wir haben das Land in keinster Weise als gefährlich oder unsicher empfunden.

 

 

 

 

WIFI / SIM-Karte

 

Selbst preiswerte Unterkünfte haben durchgängig WIFI.

 

SIM-Karte von Bakcell, 10 GB für 6 EUR.

Scheinbar können Ausländer keine SIM-Karte erwerben. Zumindest das Computerprogramm von Bakcell akzeptiert nur aserbaidschanische Passnummern. Der Mitarbeiter hat daraufhin einfach meine Karte auf seinen Namen registriert. Sehr nett oder sehr leichtsinnig?

 

 

 

 

Motorrad-Szene

 

Außerhalb von Baku sieht man nur alte Russengespanne. In der Hauptstadt sind Motorräder ebenfalls rar. Das Thema steckt noch in den Kinderschuhen, aber langsam bildet sich eine Szene heraus. Erste Motorradclubs sind entstanden.

 

 

 

 

Ersatzteile/Motorrad-Werkstätten

 

Mangels Motorradfahrer, sprich Kunden, gibt es auch nur sehr wenige Motorrad-Werkstätten. Neben einem offiziellen Harley-Händler haben wir lediglich eine einzige kleine Werkstatt entdecken können, die uns weder ein Universal-Kupplungskabel geben konnte, noch sonst einen vertrauenserweckenden Eindruck machte. Früher soll es mal einen Yamahahändler gegeben haben, den wir jedoch nicht finden konnten.

 

 

 

 

Tanken/Benzin

 

Einheitliche Preise im Land:

92 Oktan = 0,90 AZN = 0,45 EUR

Höhere Oktanzahlen waren erheblich teurer und in ländlichen Gebieten nicht erhältlich.

 

Das Tankstellennetz ist modern und flächendeckend.

 

 

 

 

Kosten

 

Lebensmittel sind preiswerter als in Deutschland.

Für Doppelzimmer haben wir in zwischen 8 und 20 EUR bezahlt.

 

 

 

 

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Siehe: HELFT UNS

 

 

 

 

ABENTEUER KAUKASUS - EINE REISE ZU DEN HÖCHSTEN BERGEN EUROPAS

Der Superlativ der acht höchsten Gipfel Europas ist wie vieles im Kaukasus: kompliziert und strittig. All die regionalen Konflikte, die schwierige politische Lage und die damit einhergehenden bürokratischen Mühen für Besucher sind Gründe dafür, dass dieser wundervolle Teil der Erde weit davon entfernt ist, von Touristen überlaufen zu sein. Wer in Georgien, Armenien, Aserbaidschan und Russland unterwegs ist, darf sich noch vielerorts als Entdecker fühlen, ohne dass es an einfacher und vor allem preiswerter Infrastruktur für Individualreisende gänzlich mangeln würde.

Auf unserer sechsmonatigen Tour hat uns diese spannende Region an der Grenze von Europa zu Asien in ihren Bann gezogen mit grandioser Bergwelt, viel unberührter Natur, fremder Kultur, oftmals blutiger Geschichte und nicht zuletzt durch gastfreundliche Menschen, die sich über Fremde noch ehrlich freuen.

 

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