Yosemite National Park - Ende September 2010

 

Wir brauchen einen halben Tag, um aus dem dicht besiedelten Bereich östlich von San Francisco rauszukommen. Bei 35 Grad eine anstrengende, schweißtreibende Sache.

 

 

 

 

Ab Sonora wird das Fahren dann jedoch wieder zum Genuß:

 

Viele Kurven und dazu wundervolle Berglandschaft.

 

 

Mit dem Sonora-Paß (2.930 m) und dem Tioga-Paß (3.030 m) stellen wir mit den Transalps neue persönliche Höhenrekorde auf.

 

In einigen Monaten in den Anden werden wir darüber wahrscheinlich nur noch schmunzeln.

 

Ein Abstecher zum Ghost Town Bodie erweist sich als Kracher: schon die Fahrt über die nördliche Zufahrts-Piste macht richtig Spaß.

Touristen mit RVs erreichen die ehemalige Gold-Minen-Stadt leider bequemer über die Süd-Route. So streunen wir mit vielen anderen zwischen den teils verfallenen, teils zwar angegrauten aber noch gut erhaltenen Häuser herum und schauen überall in die Fenster.

Es gibt überraschend viele Details zu sehen: Kirche, Schule, Kneipe, Hotel, Krämerladen, Werkstatt - überall sind Möbel und Gebrauchsgegenstände mit einer Staubschicht überdeckt - als wären sie in Eile verlassen worden.

Trotz des hohen Tourismus-Faktors unbedingt sehenswert!

 

 

 

Bizarre Tuff-Stein-Skulpturen überragen das schwefelig riechende Wasser des Mono-Lake.

 

Als ich vor zehn Jahren schon einmal in dieser Region war, haben mich die Touristen-Massen davon abgehalten, eine der Top-Natur-Attraktionen der USA zu besuchen: den Yosemite National-Park.

 

Diesmal wollen wir es wagen. So schlimm wird es doch nicht sein, oder?

Im Yosemite Tal selbst gibt es vier Campingplätze, mit ingesamt etwas über 400 Plätzen.

Als wir später erfahren, daß es jährlich 5.000.000 Besucher hier hin zieht, sind wir nicht mehr überrrascht, daß man nur mit Voraus-Reservierung einen Campingplatz bekommt.

Leicht frustriert finden wir in 50 km Entfernung einen passablen Zeltplatz, von wo aus wir die nächsten zwei Tage die Natur-Attraktionen des National-Parks erkunden.

 

Mal abgesehen von einem Tag Stadt-Erkundung per Pedes in San Francisco ist die körperliche Bewegung die letzten Wochen viel zu kurz gekommen bei uns.

 

2,4 km bis zum Vernal-Wasserfall - das sollte doch mit links zu schaffen sein.

 

Gefühlte 50% Steigung machen den Spaziergang bei dieser Hitze zur Strapaze!

 

Zum Schluß muß man „nur“ noch 600 unvorteilhaft proportionierte Stufen hoch, dann ist man „schon“ am Ziel.

 

Ich pfeife auf dem letzten Loch. Der Anblick entschädigt jedoch für die Mühen.

 

Dieser freche Geselle schien zu glauben, Simons Kamera sei Futter:

die Fotos entstanden mit max. 2 cm Abstand zur Linse.

 

Die kurvenreiche einstündige Fahrt zum Glaicer Point ist eine Erholung nach der Bergsteiger-Strapaze, der Ausblick, der sich dort bietet grandios:

 

Am nächsten Morgen geht es zum Marioposa Grove, um uns die Riesenbäume (Sequoia) einmal aus der Nähe anzuschauen.

Ich weiß nicht, wie oft im Leben ich schon herhalten mußte, um auf Fotos die Größe irgendwelcher Bäume und Pflanzen zu verdeutlichen.

Auch heute muß ich wieder einige Male mit aufs Bild aus alleine diesem Grunde.

 

Aber auch Simon muß als Größenvergleich bei diesen wirklich imposanten Baum-Riesen posieren.

 

Ein zweites Foto-Shooting ist sowohl für das Model, als auch den Fotograf schwieriger:

Da diese Seite unter Umständen auch von Kindern angeschaut/gelesen wird, kann ich die Regie-Anweisungen leider an dieser Stelle nicht wiedergeben.

Murphy´s Law „wild campen“

 

Wer mit dem Motorrad reist und vorzugsweise wild campt, kennt das: den ganzen Tag sieht man eine gute Stelle nach der anderen.

Sobald der Tag sich dem Ende zu neigt und man beginnt, ernsthaft nach einer Lagerstelle Ausschau zu halten, kommt keine mehr.

So ein Tag ist heute! Kaum haben wir beschlossen, den Motorrad-Tag zu beenden, kommt für eine Stunde nichts als eingezäuntes Ranchland und dann nur noch Serpentinen durch die Berge. Absolut keine Chance, irgendwo zu zelten!

 

Den Sonnenuntergang in den Bergen genießen wir trotz Frust.

 

Die letzten zwei Stunden fahren wir dann jedoch leider im Dunkeln.

 

Daß die Straße nicht mal 50 Meter gerade aus geht, sondern nur aus engen steilen Kurven besteht, machte es zusätzlich anstrengend.

 

Höchste Konzentration ist nötig wegen der Straßenführung und der Gefahr plötzlich auftauchenden Wildes.

Als wir gegen 21.00 endlich „oben“ sind und eine kleine Lichtung im Wald gefunden haben, sind wir geschafft.

 

Murphy´s law: am nächsten Morgen kommen wir in den ersten zwei Stunden an einem halben Dutzend Campingplätzen und an mindestens drei Dutzend erstklassiger Stellen zum wild campen vorbei! Eine solche Anhäufing von offiziellen/wilden Zeltplätzen habe ich selten gesehen.

Aaaaarrrrgggg!

 

Hier geht unsere Geschichte weiter: Death Valley