Death Valley - Anfang Oktober 2010

 

Schon weit vorm Death Valley Nationalpark wird die Landschaft wüstenartig:

über die ersten Kakteen-Wälder freuen wir uns über- schwenglich.

Die Joshua Tree sind uns das verheißungs- volle Symbol dafür, daß wir Mexiko/Zentral-Amerika immer näher kommen.

 

Auf den letzten Kilometern werden wir von Einheimischen und Rangern gewarnt:

es sind heftige Gewitter angesagt und Sturz-Flut-Warnungen ausgegeben worden.

Wenn man so in der sengeneden Hitze steht und auf das trockene Land schaut, kann man sich gar nicht vorstellen, daß aus heiterem Himmel Flut-Wellen aus den Bergen runter kommen können, die Straßen auf einigen 100 Metern Breite sammt Autos (und Motorrädern) wegspülen können.

Besonders in engen Tälern soll dies gefährlich sein.

Namentlich wird der Wildrose-Canion genannt, über den wir in den Nationalpark gelangen wollen.

Da die schwarzen Wolken weit weg sind, riskieren wir die Fahrt.

Nach einigen Kilometern prasselt jedoch unvermittelt schwerer Regen auf uns nieder und wir treten fluchtartig den Rückzug an!

 

 

 

Auf Pisten erkunden wir den Nationalpark.

 

Wer sich gut vorbereitet und detailiertes Kartenmaterial hat, kann hier locker eine Woche lang einsame Pisten fahren und überall verfallene Mienen und andere spannende Dinge entdecken.

 

In dieser rohstoffreichen Region gab es zwischen 6.000 und 10.000 Minen.

 

Man sollte jedoch nicht die Gefährlichkeit der Gegend unterschätzen: es ist extrem heiß:

40 Grad im Schatten machen uns den nächsten Tag schwer zu schaffen.

Doch wo ist hier Schatten?

Wir sind zwangsweise den ganzen Tag in der prallen Sonne.

Im Gegensatz zu den RV- und Reisebus-Touristen können wir uns nie in ein klimatisiertes Fahrzeug zurückziehen und dem Körper so Erholung verschaffen.

 

Im eigentlichen Death Valley (bisher waren wir „nur“ im Death Valley Nationalpark) machen wir in Furnace, dem einzigen Minni-Örtchen im Tal, unter Palmen im Schatten Mittagspause.

 

Was für eine Wohltat:

nur noch besagte knapp 40 Grad kommen uns erträglich kühl vor.

 

Wenige Minuten später machen wir am Zabriskie Point halt und merken, wie uns die Hitze nach nunmehr 5 Stunden in der prallen Sonne massiv körperlich zusetzt: obwohl wir ständig und in großen Mengen Wasser trinken, haben wir Kopfschmerzen und fühlen uns schlapp.

Erinnerungen unser beider ersten richtigen Sonnenstich (mit Kotzerei etc.) auf Cuba kommen hoch und wir beschließen schweren Herzen, unser umfangreiches Rest-Programm für diesen Tag radikal zu kürzen.

Wir wollen „nur“ noch das Death Valley Richtung Süden durchfahren und dann so schnell es geht aus der Hitze fliehen.

 

Während uns mehrere Busse mit im Stand weiterlaufenden Motoren mit Abgasen vergiften, fotografieren uns Bus-Touristen gegen unseren nachdrücklich und international verständlich ausgedrückten Willen.

Solch ignorantes Verhalten hat mich schon immer aufgeregt: Touris, die glauben, das Recht zu haben, alles und jeden (vor allem das Elend Einheimischer) UNGEFRAGT zu fotografieren!

 

Mit kochendem Blut fahren wir ab.

 

Auf den nächsten Kilometern nimmt die Luft-Temperatur trotz bewölktem Himmel nochmal um schätzungsweise 5 Grad zu.

 

Wir kommen uns vor, als ob wir geröstet werden.

 

Selbst der Fahrtwind ist unerträglich heiß.

 

 

 

 

 

 

 

Nichtsdestotrotz ist ein kurzer Halt am tiefsten Punkt der USA Pflicht:

85,5 Meter UNTER N.N.!

 

Und dann erleben wir ein seltenes Ereigns, das uns begeistert: Regen im Death Valley.

Es schüttet!

Innerhalb von ein, zwei (!) Minuten fließen breite Sturzbäche über die Straße und schwemmen Geröll und Schlamm mit sich.

Die Sturz-Fluten-Warnungen, von denen ich eingangs berichtete, klingen schlagartig sehr realistisch, wenn schon wenige Minuten Regen solche Auswirkungen haben.

 

Beim Fahren müssen wir aufpassen: die mehrere Zentimeter dicken Schlammschichten sind nicht ohne.

Wir lassen uns in dünner Hose und im T-Shirt im Weiterfahren naß regnen.

Selbst triefend naß ist es alles andere als unangenehm kalt.

Nach der Überhitzung der letzten Stunden fühlt es sich wundervoll an!

Viel zu schnell sind die Sachen nachher wieder trocken!

Hier geht unsere Geschichte weiter: Las Vegas