Paraguay/Argentinien 2: August 2011
Eine ungewöhnliche Kälteperiode plagt die Gegend. Wir sind den ganzen Tag bei 6 bis 8 Grad und Nieselregen Richtung Paraguay unterwegs.
Zu allem Überfluß haben wir auch noch einen Feiertag erwischt. Mehrere Hundert argentinische Autos stehen Schlange vor der Grenze. Als wir, wie in Mittel- und Südamerika üblich, an der Schlange vorbeifahren wollen, werden wir von einem Polizisten gezwungen, uns anzustellen.
Auch wenn es assi ist, aber ich hab nicht vor, hier mehrere Stunden in den Sonne zu brutzeln. Als er wegschaut, starten wir durch und 45 Minuten später liegt Argentinien hinter uns und Paraguay wartet auf uns auf der anderen Seite der langen Brücke über den Parana.
In Paraguay ist Jubiläum angesagt: mein Angeberkoffer bekommt seinen fünfzigsten Länderkennzeichen-Aufkleber! Spontan nehme ich mir vor, in den sieben Jahren bis zu meinem fünfzigsten Geburtstag die Zahl auf zwei mal 50 zu erhöhen.
Erst im Nachhinein wird mir allerdings klar, wie schwer das werden dürfte. Auf den ersten Blick mag sich ein solches Ziel für Weltreisende ja locker anhören, aber die Fakten sind hart: bis dato sind wir auf unserer Weltreise in 14 Monaten gerade mal durch 17 Länder gekommen und eine fixe Überschlagsrechnung ergibt weniger als 20 weitere Länder auf unserer groben weiteren Route nach Hause. Selbst wenn wir auf weiteren Reisen alle Länder, die wir zwischen Gibraltar und der Mongolei noch nicht gesehen haben, abgrasen, würde es nicht reichen.
Nun ja, wir werden sehen. Beerdigt habe ich diese Vision noch nicht!
Paraguay hat den äußerst zweifelhaften Ruf, das korrupteste Land außerhalb Afrikas zu sein. Wir hatten schon viel Negatives gehört.
Auch die Warnungen, die Iris, die mit ihrem Freund Pierre in Paraguay lebt, uns zuschickt, hören sich erschreckend an: wir sollten in diesem Land auf keinen Fall unsere übliche harte Linie gegen die Bullen versuchen, sondern unbedingt wenigstens einen kleinen Betrag zahlen. Die Konsequenzen bei Weigerung würden sonst drastisch sein.
Das klingt wenig verlockend und wir erwarten vom ersten Meter an, daß die Wegelagerer in Uniform über uns herfallen.
Zumindest bis ins Zentrum der Grenzstadt Encarnation schaffen wir es unbehelligt. Nun heißt es einen visa-plus-fähigen Geldautomat zu finden und sich beim Abheben nicht von den „Ordnungshütern“ beobachten zu lassen. Die sollen nämlich gelegentlich die Gunst der Stunde nutzen und einen Teil des abgehobenen Geldes in sehr nachdrücklicher Form für den Witwen- und Waisenfonds der Polizei einfordern.
Statt dessen werden wir von zwei Reportern des lokalen Radiosenders „überfallen“. Die beiden sind super nett und engagiert: wenn wir irgendwelche Probleme in ihrem Land hätten, speziell mit den Bullen, dann sollten wir uns bei ihnen melden. Sie würden mit Freude helfen.
Über mein Gesicht zieht sich ein fettes Grinsen, als ich das Potenzial der Visitenkarte erkenne. Sollten wir angehalten werden, werde ich als erster das Wort ergreifen und nach der Adresse des Radiosenders fragen. Wir wären dort zu einem Interview eingeladen und spät dran.
Eine solch subtile Drohung müßte doch selbst der dümmste Bulle verstehen.
Um es vorweg zu nehmen: wir haben uns mal wieder ganz umsonst Gedanken gemacht: wir wurden in Paraguay kein einziges Mal zur Kasse gebeten. Von anderen motorisiert Reisenden, die teilweise bis zu drei Monate in diesem Land unterwegs waren, hörten wir Gleiches. Das kann natürlich schlicht und einfach Glück gewesen sein. Ihre These war jedoch: die Cops halten bei den Einheimischen die Hand auf und lassen bewußt die Touristen in Ruhe.
Wie auch immer, wir sind jedenfalls erstmal froh, daß wir das Haus von Iris und Pierre gefunden haben, was nicht ganz einfach war.
Die beiden begrüßen uns überschwenglich. Mit zum Begrüßungskomitee gehört ein halbes Dutzend Hunde, eine Katze und ein stürmisches Pferd und alle bis auf das Pferd wohnen mit in dem einen Wohnzimmer des kleinen Häuschens, das genau unser Ding ist.
Die beiden sind tolle Gastgeber und vor allem Simon ist von dieser „Arche Noah“ begeistert und weiß gar nicht, mit welchem dieser Wesen sie sich als erstes beschäftigen soll. An so einem Ort ist sie ganz in Ihrem Element.
Iris und Pierre züchten auch noch Hühner. Die kleine Küken sind echt niedlich.

Das Pferd namens Ferrari ist unglaublich neugierig und hat ein zirkusreifes Geschick, Türen zu öffnen.
Schnell gewöhnen wir uns daran, daß die Wohnzimmertür aufgeht und es seinen Kopf hereinsteckt.

Daß man auch auf dem „stillen Örtchen“ keine Ruhe vor diesem Gaul hat, ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig.
Die Tür des Klohäuschens läßt sich einfach nicht fest genug zumachen, als daß Ferrari nicht in der Lage wäre, nachzuschauen, wie es dort drinnen gerade läuft.
Ich versuche im Laufe der nächsten Tage allemöglichen Tricks inklusive zum Klohäuschen heimlich hin zu schleichen.
Aber Ferrari ist kein Reit- sondern ein Wachpferd – und zwar ein erstklassiges.
Kaum sitze ich ein paar Sekunden auf der Schüssel, da höre ich schon wie das Pferd die Klinke zwischen die Zähne nimmt und dann die Tür aufstupst.
Iris und Pierre haben nicht nur ein großes Herz für Tiere, sondern sie sind auch sozial sehr engagiert. Die beiden teilen das Wenige, das sie besitzen, konsequent mit denen, die es nötig haben. Und von denen gibt es in Paraguay reichlich. Bewundernswert!
Abseits der Teerstraßen sind die Pisten hier wenig erfreulich. Im trockenen Zustand sind sie schon nicht allzu dolle, aber wenn es hier regnet, dann sind sie praktisch nicht mehr passierbar. Der zähe rotbraune Lehm klebt zentimeterdick am Reifen und wird immer mehr, bis sich das Rad irgendwann nicht mehr dreht. Böses Zeug!
Blick auf den Parana, der Paraguay und Argenintien trennt und gerade zu einem weiteren gigantischen See aufgestaut wird. Aus Wasserkraft gewonnener Strom spielt in dieser Region eine sehr große Rolle. Mehr dazu später in einem der ersten Brasilien-Kapitel.
In Hohenau, einer der für Paraguay typischen deutschen Siedlungen, fragt Simon an einer Tankstelle auf Spanisch nach dem Weg. Leicht verwundert fragt der Tankwart sie: „Sprechen sie kein Deutsch?“
Auch mit den Campingplatzbetreibern können wir uns in unserer Muttersprache unterhalten. Ungewohnt und sehr entspannend.
Leider passiert Simon dort ein ärgerliches Maleur: abgelenkt durch einen kläffenden kleinen Hund nimmt sie mit einem Ihrer Koffer ein kleine Mauer mit und liegt im nächsten Moment auf der Seite. Das wäre ansich nicht weiter schlimm, aber der Koffer hat böse was abgekriegt und es ist klar, daß wir mal wieder jemanden finden müssen, der das richten kann. Da dieser Unfall problemlos vermeidbar gewesen wäre, bin ich etwas verstimmt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Als ich kurz danach eine Mail von Ricardo lese, in der er uns mitteilt, daß Simon unsere Ersatz-Ritzel und -Kettenblätter bei ihm hat liegen lassen, fällt Simon bei mir in ein tiefes Popularitäts-Loch!
Mal eben wieder zurückzufahren würde zwei Tage Umweg samt erheblicher Kosten bedeuten und das wegen der nunmehr nötigen Kofferreparatur ohnehin schon gefährdete Motorradtreffen am Wochenende endgültig unmöglich machen.
Zum Glück hat Ricardo eine gute Idee: Er hat Verwandte, die in der Nähe des Motorradtreffens wohnen. Zu denen will er die Teile bis Samstag schicken.
Nun müssen wir nur noch jemanden finden, der uns ganz fix den Koffer richtet, dann könnten wir es auf das Treffen schaffen.
Wir fragen uns durch und landen bei einem metallverarbeitenden Betrieb. Der Besitzer ist begeistert, daß ich ein SI-Kennzeichen habe. Er hat jahrlang selbst im Siegerland gelebt.

Als ich dann noch eine in Siegen hergestellt Maschine erblicke, bin ich mir sicher: das hier wird Qualitätsarbeit:-)
Die Schäden sind allerdings schlimmer als befürchtet: mit Richten ist es nicht getan: die Alu-Kiste muß auch noch geschweißt werden, was man in diesem Betrieb leider nicht gemacht werden kann.
Da die andere Kiste, die schon mal in Ecuador geschweißt wurde, mittlerweile auch wieder eingerissen ist, geht kein Weg dran vorbei: wir müssen trotz unserer Zeitnot noch einen Alu(!)-Schweißer finden.
Der entpuppt sich dann glücklicherweise selbst als Motorradfahrer, was ein Grund dafür sein könnte, daß er einen fairen Betrag verlangt und uns nicht, wie in Paraguay angeblich bei Ausländern üblich, einen total überzogenen Preis abknöpft.
Unsere Motorräder und unsere Tattoos haben uns im Leben oft Freunde und Vorteile eingebracht! Ich kann nur nachdrücklich zu beidem raten:-)
Wäre nicht das Motorrad-Treffen in Argentinien, dann würden wir gerne noch ein paar Tage mehr in diesem sehr sympathischen Land bleiben, das uns gut gefällt. Aber wie heißt es so schön: man muß die Feste feiern, wie sie fallen. Also auf nach Argeninien!
Als wir Samstag Nachmittag auf dem Motorrad-Treffen in Wanda, einem von Polen gegründeten Ort, ankommen, herrscht gähnende Leere auf dem Festgelände. Durch uns verdoppelt sich die Zahl der Zelte auf 2 und die Zahl der motorradfahrenden Teilnehmer auf 4!
Oskar und Ariana kennen wir dank ihres markanten Anhängers schon vom letzten Treffen. Die beiden stammen aus Patagonien, dem südlichsten Teil Südamerikas, wo die Motorradsaison bekanntlich extrem kurz ist. Sie fahren seit Monaten von Motorrad-Treffen zu Motorrad-Treffen. 19 Stück haben sie schon abgeklappert und mußten schon dreimal große Kartons mit ihren Trophäen (vermutlich für den Anhänger und für die weiteste Anfahrt) nach Hause schicken.
Daß die beiden auch ein Motorrad-Vagabunden-Leben mit Zelt führen, ist uns sehr sympathisch und wir nehmen uns fest vor, sie im November „am Ende der Welt“ zu besuchen.
Als Motorrad-Treffen im engeren Sinne ist es eher ein Reinfall. Am Abend sind es ein halbes Dutzend Zelte und höchstens 50 Motorräder. Dazu kommen noch ein paar Hundert Einheimische Fußgänger, denn in Wanda ist man praktisch veranlagt: das Motorrad-Treffen wird in der Turnhalle einfach mit dem 75ten Geburtstag der Stadt zusammen gefeiert.
Wie schon beim letzten mal lernen wir auch hier haufenweise Leute kennen. Unter anderem einen 700er Transalp-Fahrer. Victor und sein Kumpel Jorge laden uns für den nächsten Tag zu sich nach Eldorado zum Asado ein.
Später gibt es dann für uns natürlich noch nen Pokal, T-Shirts und so weiter. Dank frühem Trink-Start liegen wir vor Mitternacht im Zelt. Auf dem nachmittags noch verwaisten Platz hat sich mittlerweile rund um unser Zuhause eine Kirmes mit Hüpfburg und Freßständen aufgebaut. Im Minutentakt stolpen Deppen über unsere Abspannseile ohne die man ein Tunnelzelt leider nicht zum Stehen bekommt. Dem vielen Bier sei dank: selbst im Zentrum dieses Trubels fallen uns schnell die Augen zu.
Eben diese reiben wir uns am nächsten Morgen um 6:30! Da ist nichts mehr! Absolut nichts. Kein Zelt, kein Motorrad, keine Hüpfburg. Nichts! Hier macht sich kein Mensch Sorgen, mit Standgas von den Bullen erwischt zu werden. Die meißten sind ohnehin noch in der Nacht gefahren. Die wenigsten davon nüchtern.

Die netten Jungs vom veranstaltenden MC laden uns dann noch auf ein traditionelles Frühstück ein. Lokale Sitten, Speisen und Getränke kennen zu lernen, das lieben wir!
Heute morgen ist es aber harte Kost: Ich hab den Namen von dem Zeug vergessen. Eigentlich ist es ganz okay: leicht fettige eher trockene „Krümel“. Sobald man Flüssigkeit im Magen hinzufügt, schwillt es auf ein Vielfaches seines ursprünglichen Volumens an. Bestimmt eine tolle Nahrung für Menschen, die billig satt werden müssen. Satt werden bzw. hungrig bleiben ist aber genau unser Thema: in zwei Stunden müssen wir uns einem riesigen Asado stellen und unsere Gastgeber werden bestimmt beleidigt sein, wenn wir nicht eine ordentliche Portion verdrücken. Wir sind im Dilemma!
Um 10 Minuten nach 11 kommt Victor mit seiner Transe auf den Platz gerollt. Er entschuldigt sich für die 10 Minuten Verspätung. Wir sind baff! Einmal mehr, daß wir in Argentinien etwas erleben, das nicht zu unseren bisherigen Südamerika-Erfahrungen paßt.
Wie umfassend argentinische Gastfreundschaft ist, zeigt sich im Detail: Victor ist extra die 50 km aus Eldorado rüber gekommen, um uns abzuholen. Dabei hätten wir problemlos dort hin gefunden: es geht einfach nur eine totlangweilige „Bundesstraße“ entlang. Aber zum Rund-um-Sorglos-Gast-Angebot gehört auch abgeholt werden!

Bei Victor werden unsere bisherigen Asado-Erfahrungen revidiert: hier gibt es nicht nur Fleisch, sondern auch Fisch und zwar einen sehr leckeren mit einer geilen Marinade!
Dazu Vorspeisen und Beilagen: Käse, Salami, Brot, gerösteten Knoblauch, Brot, Salat und Maniok.
Im Laufe des Tages lernen wir mehr Bekannte von Victor kennen, als wir uns Namen merken können. Macht aber Spaß, zumal der Eine oder Andere auch Deutsch bzw. Switzer-Dütsch spricht.
Abends wird dann noch im Kreis einiger Freunde ein typischen Eintopf aus den Asado-Resten vom Mittag in einem Kessel über dem Grill-Feuer gekocht. Erinnert mich an Ungarn, wo neben jedem Campingzelt ein Dreibein mit Kessel steht.
Als Sahnehäubchen auf diesen netten Tag mit viel gutem Essen gibt es zum Abschluß noch ein Gästebett für uns beide. Schön, mal nicht das Zelt aufbauen zu müssen.
Es ist schwer, in Puerto Iguazu den Campingplatz (S25°36'670 W054°33.794) zu finden. Es gibt keinerlei Wegweiser und selbst der Eingang ist schilder-los. Soviel mangelnden Geschäftssinn haben wir schon manches mal auf unserer Reise bestaunt. Der Luxus-Campingplatz einige Kilometer zuvor, der einen unverschämten Preis verlangte, freut sich!

Puerto Iguazu hat zwei Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Eine ist das Dreiländereck Argentinien, Brasilien, Paraguay.
Hier fließen der Iguazu und der Parana zusammen.
Ganz nett anzuschauen, aber dafür käme kaum ein Reisender hier her.
Der Besuchermagnet sind die Iguazu-Wasserfälle. Eine der Top-4-Attraktionen unserer Südamerika-Reise.
Leider steht unser Besuch unter keinem guten Stern: wir erwischen einen bewölkten Tag und haben kein gutes Foto-Licht. Außerdem hat das Hochwasser die Aussichtsplatform am „Gargante del Diablo“ fortgerissen. Die eindrucksvollste Stelle können wir somit nicht erreichen.
Auch der gratis Schiffsverkehr zur „Isla Grande San Martin“ ist wegen des Hochwassers eingestellt.
Trotz dieser anfänglichen Hiobsbotschaften und des saftigen Eintrittspreises (100ARS = 16,50 EUR) lautet unser beider Urteil: absolut sehenswert!
Unser Tip: um punkt 8 Uhr da sein, wenn die Tore auf gehen. Bis 10.30 war der Besucherandrang okay. Danach wurde es schlagartig richtig unangenehm.
Im Gegensatz zu Mega-Touri-Hot-Spots wie Machu Pichu, wo sich die Besuchermassen auf viel Fläche verteilen, müssen hier alle über wenige Wege und Metallstege laufen und man betrachtet die Wasserfälle von einem Dutzend Metall-Plattformen. Da sind zu viele Menschen echt kein Vergnügen.
Ein unerwartetes Extra-Vergnügen sind die Tiere, die es hier gibt. Vor allem die Nasenbären. Es müssen einige Hundert im ganzen Park sein. Die putzigen Räuber agieren im Team und zudem ziemlich dreist und treten in der Nähe der Restaurants etc. in Massen auf.
Erfreulich waren die vielen Schilder, die darauf hinweisen, daß man „wilde“ Tiere nicht füttern soll und daß sich nur ganz wenige Deppen nicht dran gehalten haben. Solche Leute sind seit Kanada für mich ein rotes Tuch.
Abends erleben wir dann noch das fetteste Gewitter unserer ganzen Reise: was da runterkracht, macht uns echt Angst. Es schüttet zwei Stunden lang und der rotbraune Lehm verwandelt sich in einen morastigen See. Das Highlight sind taubengroße Hagelkörner, bei denen wir befürchten unser „Haus“-Dach würde durchschlagen. Aber in solchen Momenten ist die Qualität des Hilleberg dann doch was wert!
Bis vor ein paar Monaten konnte ich übrigens mit der immer gerne in Zeitungsmeldungen benutzen Größeneinheit „Taubenei“ nichts anfangen. Aber in Mittel- und Südamerika gibt es Taubeneier für kleines Geld an Straßenständen und in Supermärkten zu kaufen. Ziemlich lecker und vor allem darf ich nun die Metapher „taubenei-große Hagelkörner“ benutzen:-)
Eigentlich sollten unsere Ersatzteile, die Simon bei Ricardo vergessen hatte, am Sonntag bei seinen Verwandten eintreffen. Leider ging da einiges schief und es dauert letztendlich bis Donnerstag, bis wir sie endlich abholen können. Ziemlich nervig, da wir uns immer wieder Internet-Zugang suchen müssen, um die neusten Nachrichten bzw. Planänderungen in dieser Sache abzurufen. Außerdem hatten wir ausnahmsweise mal ziemlich stramm unser Anschlußprogramm geplant und mußten im 24-Stunden-Takt umdisponieren bzw. Leute informieren, daß wir nun doch an einem anderen Tag kommen.
Der arme Ricardo war gleichzeitig in Corrientes am rotieren. Er mußte sich nicht nur mit unzuverlässigen Paketservicen rumschlagen, ihm wurde auch noch in seine Werkstatt eingebrochen und Werkzeug, Camping-Sachen und ein Motorrad gestohlen. Zum Glück nicht unsere Ritzel und Kettenblätter! Dabei war „die Höhle“ schon bei unserem Besuch kräftig gesichert. Offensichtlich ist selbst Argentinien, das uns im Vergleich zu manchem nördlichen Nachbarn sehr sicher vorkommt, ein heißes Pflaster.
Um die Ersatzteile bei Ricardos Verwandten abholen zu können, müssen wir noch einmal durch Wanda, wo wir am Wochenende auf dem Motorradtreffen waren.
Wir nutzen die Gelegenheit um uns eine der Edelstein-Minen anzuschauen. Das ist eine ganz andere Art von Tage- und Bergbau als wir es von Kohle, Erz und Salz kennen.
Einzig im deutschen Idar-Oberstein haben wir mal etwas ähnliches, aber um ehrlich zu sein, nicht halb so Eindrucksvolles gesehen.
hier geht unsere Geschichte weiter: Brasilien - Teil 1