Belize - Teil 2 - Januar 2011

Der Hummingbird-Highway Richtung Belmopan, der winzigen Hauptstadt des Landes, ist eine der schönsten Straßen, die wir auf der Reise gefahren sind. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, daß wir so sattes Grün und exotische Vegetation nicht (mehr) gewohnt sind: überall Orangen-Plantagen entlang der Straße und der Duft der Zitrusfrüchte in der Luft. Und hinter und zwischen den Plantagen sieht man immer wieder dschungelbedeckte Hügel. Das entspricht so richtig unseren (Klischee-)Vorstellungen von Mittelamerika und macht uns super gute Laune!

Beim Blue Hole National Park schlagen wir unser Zelt hinter dem Tourist Center auf.

Den Nachmittag und den folgenden Morgen wandern wir begeistert über Dschungelpfade durch den Park! Das hier ist viel besser als das Shipstern Nature Reserve! Klasse!

Mehr oder wenig elegant gekonnte Besteigung einer Palme...

 

 

 

 

 

Simon läßt es sich natürlich nicht nehmen, sich im Blue Hole abzukühlen.

Am nächsten Morgen wandern wir dann noch mühsam bergauf und bergab zum Aussichtsturm. Die sind hier in Belize scheinbar weit verbreitet. Schon der dritte den wir besteigen. Die Qualität ist jedoch nicht immer so gut, wie die des von Schweizern erbauten Stahl-Turmes. An der Küste sind wir auf einen geklettert, der wie dieser hier aus Holz und schon so arg von Termiten zerfressen war, daß wir bei jeder Stufe mit dem Einsturz rechneten.

 

 

 

 

Als letztes erkunden wir noch die St. Herman´s Cave einige hundert Meter weit auf eigene Faust.

San Ignazio, kurz vor der Grenze zu Guatemala ist unser nächstes Ziel.

Wir lassen es ruhig angehen: statt Quartiersuche picknicken wir erstmal am Fluß und bekommen Unterhaltungsprogramm gratis geboten: eine Latina wäscht ihre Wäsche und beschließt spontan, auch die Klamotten, die sie an hat mit zu waschen. Als ihr Freund durch den Fluß stapft, muß er direkt zum Appell antreten: sie riecht an ihm und findet sein T-Shirt wäschereif. Als er nicht sofort gehorcht, wird das T-Shirt kurzerhand am Mann mit der Wurzelbürste geschrubbt.

Offensichtlich gefällt es ihm, denn er revanchiert sich mit einer liebvollen Haarwäsche und trägt anschließend die frische Wäche im Eimer brav nach Hause. All das läuft mit viel guter Laune ab, die ansteckt! Und es findet keine 10 Meter flußabwärts von der Stelle statt, wo die Pickups zur Autowäsche in den Fluß gefahren werden.

Daß in San Ignazio Camping mit 10 bis 12 BZD (3,80 bis 4,50 EUR) pP und damit doppet so viel wie im restlichen Belize kostet, sind wir erst bereit zu akzeptieren, als wir alle vier zentralen Möglichkeiten zum Campen abgeklappert haben.

Mit Cosmos Camping (N17°09.902', W089°04.189') haben wir´s dann aber auch wirklich gut getroffen: schönes Fleckchen, um sein Zelt im Schatten auf ner feinen Wiese aufzuschlagen. Super nette Gastgeber, die praktischerweise auch noch eine Schneiderei betreiben, was sich gut paßt, da ich direkt mehrere Aufträge für sie habe. Dazu noch eine primitive Open Air Küche und vor allem Wachhunde! Die wissen wir zu schätzen, da den Sachsen, die wir in Palenque kennengelernt haben, auf dem Nachbargrundstück am helligten Tage die Schlafsäcke aus dem Zelt geklaut wurden. Typischer Alptraum von Reisenden. Das ist nämlich nicht nur finanziell ärgerlich. Ersatzbeschaffung ist hier praktisch unmöglich.

 

San Ignazio ist ein kleines Örtchen, aber für belizische Verhältnisse eine Metropole. Wir finden es jedenfalls sehr nett hier, auch wenn ein Dutzend Tour-Anbieter dem Ort mehr touristischen Touch verpassen, als uns lieb ist. Für 40 bis 80 USD wird hier allerdings wirklich viel angeboten: Kanutouren und Tubing (mit LKW-Reifen-Schläuchen) auf Flüssen und durch Höhlen, Reiten, Höhlentouren (inklusive Schwimm-Passagen), diverse Maja-Ruinen in Belize und Guatemala, Wasserfälle und vieles vieles mehr. Das Angebot ist wirklich üppig.

Wir nutzen die Gelegenheit, um noch mal einen Ausritt zu machen. Diesmal mit intensiver Einweisung und Coaching. Plötzlich klingt Reiten viel komplizierter als beim letzten mal. Dafür mutet unsere schwedische Reitlehrerin uns aber direkt mal Halb-Gallop zu, der uns wie ein wilder Teufels-Ritt vorkommt. Ihr „Hacken druchdrücken und nicht im Sattel auf- und abhüpfen“ hören wir zwar, aber es ist uns unmöglich, es zu befolgen. Heidewitzka! Reiten ist dann doch viel schwieriger als gedacht! Spaß hat es trotzdem gemacht. Charly von Easy Rider können wir wirklich empfehlen. Pferde in gutem Zustand und eine 1a-Lehrerin für blutige Anfänger wie uns.

Wir klagen allerdings den nächsten Tag um die Wette über schmerzende Ärsche!

Aber in San Ignazio kann man nicht nur für teures Geld und mit profesioneller Anleitung was unternehmen.

 

An einem Tag machen wir einen Ausflug zum 20 km entfernten botanischen Garten, der es in Sachen Qualität und Gepflegtheit mit Allem aufnehmen kann, was wir je in Europa gesehen haben.

Leguane in allen Farben und Größen sind für uns seit Mexiko ein alltäglicher Anblick geworden.

Am nächsten Tag machen wir eine etwas größere Tour nach Süd-Osten.

Zuerst geht es zum 1000-Foot-Waterfall, der in Wirklichkeit 1.6000 Fuß hoch ist. Nach all den dollen Wasserfällen in Kanada haut uns der hier allerdings nicht wirklich vom Hocker.

Der männlichen Hälfte der Krad-Vagabunden hatte die Fahrt über die stark ausgewaschene und damit nicht ganz einfach zu fahrende Piste hier hin ja wenigsten noch Spaß gemacht, die andere Hälfte fand die Mühen für die Katz.

 

Weit aus positver fällt unser Urteil über die Rio Frio Cave aus: die ist wirklich ein Hammer und mehrere Stunden Buckelpiste wert: die ca. 300 bis 400 Meter lange und 50 (?) Meter hohe Höhle mit zwei rießigen Öffnungen, kann man ohne Führer und für lau erkunden. Sie ist wirklich eindrucksvoll und besticht nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch die Vielfalt dessen, was es darin zu entdecken gibt.

 

 

 

 

Als Sensations-Draufgabe gibt es noch einen Waldbrand auf dem Rückweg zu bestaunen.

 

 

 

 

An den Rio On Pools halten wir dann auch noch an, damit Badenixe Simon sich abkühlen kann.

Aber selbst ohne Motorrad kann man in San Ignazio Schönes erkunden: nur 10 Minuten Spaziergang weit von unserem Campingplatz entfernt fließen zwei Flüsse malerisch zusammen und eine Fußgänger-Hängebrücke spannt sich über den einen.

Man hätte leicht noch einige weitere Tage die spannende Umgebung erkunden können. Unser ohnehin schon guter Eindruck von Belize gewinnt durch San Ignazio nochmal dazu!

Diese Land sollte man weder auslassen, noch einfach hindurch rasen!

 

 

hier geht unsere Geschichte weiter: Guatemala - Teil 1