Durango (Mex. Bundesstaat) - November 2010
In Parral mieten wir uns in ein Liebes-Motel ein.
Von denen hatten wir schon viel gehört!
Die gibt es in den Randgebieten jeder großen Stadt. Sie werden von vielen jungen Menschen (die i.d.R. oftmals gar nicht so jung sind, wenn sie endlich mal bei den Eltern ausziehen) oder für Seitensprünge genutzt, die in Mexiko genauso wie die Zweit- und Dritt-Familie weit verbreitet sind.
Unsere Love-Motel hätte pro Stunde 30 MXN (=1,80 EUR) gekostet.
Wir gönnen uns das Aktionsangebot: wenn wir am nächsten Morgen um 6:30 raus sind, kostet die Nacht 200 MXN (=12 EUR).
Sehr sauberes Zimmer und vor allem: Jedes der im ersten Stock gelegenen Zimmer ist nur über die darunter gelegene Garage zu erreichen. Auch wenn dieses Arrangement eher auf Diskretion ausgerichtet ist, sind wir froh, daß unserer Kräder damit vor fremden Blicken geschützt und somit sicher sind.
Leider hat unser Zimmer keine Porno-Kanäle und auch keine eigene Table-Dance-Stange, wie wir es schon von einigen anderen gehört haben!
Was eigentlich nur als kleiner Abstecher geplant war, entpuppt sich als Kracher:
Die Sierra de Organos 15km vor Sombrerete.
Wir zahlen 2,40 für den Einritt (inklusive Berechtigung zum Campen) in den kleinen aber feinen Nationalpark, der schon für viele Western-Filme als Kulisse gedient hat.
Als einzige Gäste haben wir die freie Wahl zwischen einigen sehr schön gelegenen Picknick- und Camping-Areas.
Den nächsten Morgen stromern wir begeistert durch den National-Park. Abseits der extrem ordentlichen Wege macht es noch mehr Spaß und eh wir uns versehen, sind einige Stunden vergangen!
Auch Sombrerete entpuppt sich als kleines Juwel!
Hier kann man stundenlang durch die gepflasterten Straßen mit Hunderten (!) kleiner Geschäften schlendern und einfach die Atmosphäre genießen!

Zacatecas ist eine Bewährungsproble für unseren Orientierungssinn und unsere Nerven!
Das GPS ist total überfordert von der Verkehrsführung:
Vielfach untertunnelte Kreuzungen und Straßenführungen, die nur Ortskundige beherrschen können, bringen uns an den Rand der Verzweiflung.
Gepaart mit den allerorts üblichen Einbahnstraßen und ohne Ende steilen Hügeln hat das zur Folge, daß wir drei Stunden brauchen, bis wir endlich eine Unterkunft gefunden haben.
Ein Fern-Reise-Motorrad mit englischem Kennzeichen lockt uns in ein einfaches Hotel, in dem Ian seit sechs Wochen auf eine neue Kreditkarte und Original-BMW-Ersatzteile wartet. Der versprochen Internetzugang (der erste seit 10 Tagen) funktioniert nicht und wir verschwenden Stunden mit den Besitzern, nach dem Fehler zu suchen (erst hatten sie uns zweimal das falsche Password gegeben und am nächsten Tag stellte sich raus, daß sie die Rechnung für den Provider nicht gezahlt hatten, der sie daraufhin gesperrt hatte). Willkommen in Mexiko!
Statt Homepage-Update erkunden wir des Abends die stimmungsvolle Stadt!
Die erleuchtete Kathedrale und die scheinbar täglich inszenierten Lichtinstallationen auf einem Haus in der Innenstadt sind auf sehr hohem Niveau. Einzig die Weihnachts-Beleuchtungen wollen für unser Gefühl so gar nicht zum Klima passen.
Als Abendessen gibt es ne Bauarbeiter Portion Hühnchen in Schokoladen-Chili Soße für knapp 3 EUR! Saulecker! Die vegetarische Hälfte des Krad-Vagabunden-Teams hat in dieser Kantine allerdings zumindest in kulinarischer Hinsicht weniger zu lachen.
Daß Zacatecas auch bei Tage einiges zu bieten hat, finden wir am nächsten Tag raus.
Neben der interessanten Stadt ansich, locken auch einige Kirchen.

Zu guter Letzt gönnen wir uns noch für kleines Geld die Seilbahnfahrt vom „Minen-Hügel“ nach „La Bufa“, wo es u.a. einige der in dieser Region weit verbreiteten Heldendenkmäler zu sehen gibt.

Am häufigsten sieht man General Sancho Pancha über-lebensgroß, vorzugsweise in wilder Pose zu Pferd.
hier geht unsere Geschichte weiter: Guadalajara