Barranca del Cobre / Copper Canyon - Teil 2

 

 

Batopilas, entpuppt sich als gar nicht mal so kleines Städtchen mit immerhin 1150 Einwohnern, von denen die Hälfte Kinder sind.

 

Zumindest kommt es uns am nächsten Tag beim großen Dorf-/Schulfest so vor.

Auf uns wirkt Batopilas wie ein nettes friedliches Dörfchen.

Die harte Realität sieht anders aus:

6 Morde in den letzten Jahren.

Alle unter Drogenbanden / politisch motiviert.

Alle unaufgeklärt.

Die bis an die Zähne bewaffneten Bullen haben in erster Linie damit zu tun, vor der Wache, die schräg gegenüber von unserem Hotel ist, rumzulungern.

70% der Bevölkerung lebt vom Marihuana-Anbau.

(Gelegenheits-)Prostitution unter den jungen Latinas ist keine Seltenheit.

Die Mädels fliegen auf die Jungs mit (Drogen-)Geld und Koks.

Sitzengelassene Minderjährige mit Kindern sind die Folge.

Das ist die Schattenseite von Mexiko.

Für uns ist Batopilas jedoch, wie gesagt, ein nettes friedliches Örtchen, in dem „die Zukunft“ in Form von Autos und Fernsehen eine interessante Koexistenz mit „der Vergangenheit“ (Cowboys zu Pferde, überall Kühe in den Straßen, Indios in traditioneller Tracht) führt.

Rund um Batopilas gibt es einiges zu sehen.

U.a. die Mission von Satevo („lost cathedral“), die ca. 8 km östlich von Batopilas liegt und über eine Piste zu erreichen ist, die wir mit unseren Transalps nicht freiwillig fahren würden.

Fährt man Richtung Creel aus Batopilas raus, so kommt man 800 Meter nach der Brücke am Ortsausgang an den Eingang zu einer stillgelegten Silbermine.

Offiziell darf man sie nur mit Guide betreten, da ein paar Amis direkt ins erste tiefe Loch beim Eingang gestürzt sind.

In der Tat ist die Mine nicht ungefährlich: einige tückische Löcher und bis zu 300 Meter tiefe Schächte, die allerdings geflutet sind.

Mit einer ordentlichen Kopflampe und angemessener Vorsicht kann man sich aber auch durchaus auf eigene Faust da rein trauen.

Vor allem die Seiten-Schächte zu erkunden ist spannend!

Die Straße in den Canyon, die für uns noch ein Abenteuer war, dürfe in Kürze immer weiter geteert werden. In 4 Jahren soll sie bis Batopilas fertig sein.

Dann wird sich der Charakter dieses kleinen Städtchens vollends verändern.

Derzeit kommen die wenigen Touristen als Motorradreisende oder Backpacker per Bus oder auch mal in einem Van hier runter. Aber mit der bequemen Erreichbarkeit wird das hier zu einem touristischen Hot Spot werden!


Für all diejenigen, die mit dem Motorrad echte Herausforderungen suchen, gibt es jedoch jetzt und in Zukunft reichlich üble Dirt Roads in dieser Gegend.

Überall zweigen von der Hauptroute, über die wir kamen, raue Buckel-Pisten ab. Und die wirklich Harten fahren auch nicht wie wir auf der gleichen Strecke runter und wieder hoch, sondern nehmen die Dirt Road Richtung Westen/ Los Mochis.

 

So oder so: der Copper Canyon, resp. der Batopilas Canyon ist die Mühe wert und Pflicht auf einer Motorrad-Reise durch Mexiko!

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