Kocher

Für manch einen ist ein Kocher eine sinnlose Sache. Um ehrlich zu sein: wäre mit Simon keine kreative Feld-Köchin im Team, ICH hätte keine Kocher dabei.

Fakt ist: durch selber kochen kann man extrem viel Geld sparen (vor allem in teuren Ländern wie Kanada oder Alaska) und in manchen Ländern und Regionen gibt es gar keine Alternative zur Selbstversorgung.

 

Ich kenne keinen Ausrüstunggegenstand über den mit solcher fast schon religöser Inbrunst diskutiert wird.

Dabei finde ich die Unterschiede zwischen den gängigen BENZIN-Kochern (speziell von Primus und MSR) gar nicht mal so gravierend.

Womit der wichtigste Punkt angesprochen wäre: es sollte unbedingt ein BENZIN-Kocher sein. Gaskartuschen sind nämlich alles andere als standardisiert und schwer bis gar nicht zu bekommen, sobald man in einem anderen Land oder auf einem anderen Kontinent ist.

Alles-Verbrenner sind ne feine Sache, aber für Motorrad-Fahrer unnötig: Benzin ist der Treibstoff des Motorrades und ist damit in der Welt des Krad-Reisenden immer vorhanden. Und falls das Benzin dann doch mal ausgehen sollte, hab ich schon des öfteren gehört, daß der Vorrat in der Kocher-Benzinflasche für ein paar entscheidende extra Motorrad-Kilometer gereicht hat.

 

Wodurch unterscheiden sich die einzelnen Kocher?

Die (Selbst-)Reinigungsfähigkeit, die Regulierbarkeit der Flamme, die Materialien der Bauteile (z.B. Plastik- vs. Metall-Pumpe), der Benzinverbrauch und die Lautstärke, die bei manchen enorm ist.



Wir sind mit dem MSR Dragonfly unterwegs. Bei dem ist im Gegensatz zu unserem ersten Kocher, dem MSRXGX die Benzin-Zufuhr und damit die Flamme dosierbar.

 

Bei unserem MSR Dragonfly reicht eine 0,6-Liter-Flasche für 10 bis 12 Mahlzeiten.

 

Der Einfachkeit halber haben wir immer noch eine zweite volle Reserve-Flasche dabei.

 

Die Öffnung der MSR-Flaschen ist übrigens groß genug, um sie an der Tankstelle direkt mit der Zapfpistole zu befüllen.

 

Gebrauch in großer Höhe:

der Dragonfly liefert einwandfreie Leistung in großer Höhe (selbst auf deutlich über 4.000 Meter).



Unser erster Kocher, der MSR-XGK (XGK steht dabei übrigens für Expedition und suggeriert, daß das Teil unter extremen Bedingungen funktioniert) war bei uns schon nach wenigen Wochen hinüber. Klassischer Fehler: ich glaubte das Teil warten zu müssen und hab es aus technischem Interesse in seine Einzelteile zerlegt und dabei fix kaputt-repariert. Trotz unbestrittenem Leichtsinn und Dummheit meinerseits spricht das nicht gerade für die EXPEDITIONS-Qualitäten des Kochers.

In der Mitte von Kanada war partout keine neue Pumpe aufzutreiben und daher der Neukauf eines (gebrauchten) Kochers der einzige Ausweg.

Ich habe im Rahmen dieser Geschichte UNZÄHLIGE Male an die goldene Weisheit "never tough a running system" gedacht...

 

Nach nur einem Betriebs-Jahr hat unser Dragonfly mittlerweile sein Leben ausgehaucht.

Zum zweiten mal mußten wir erkennen, daß es in vielen Regionen der Welt (diesmal in Peru und Nachbarländern) partout keine Ersatzteile für MSR-Kocher (oder irgendeine andere Marke) gibt.

Von Deutschland schicken lassen schied in unserem Fall aus diversen Gründen ebenfalls aus. Unter andere konnten wir das fehlerhafte Bauteil nicht eindeutig indentifizieren und das nächste Päckchen hätte uns erst in 6 bis 8 Wochen erreicht. Eine viel zu lange und damit letztendlich auch zu teure Zeit ohne Kocher.

 

Da das verfügbarer Angebot in Peru (Cuzco) aus genau einem einzigen Benzinkocher bestand, sind wir nun mit genau dem unterwegs: dem MSR Wisperlight.



Damit haben wir nun alle drei MSR-Benzinkocher durch. Der hier ist mal wieder nicht hinsichtlich Benzinzufuhr und Flamme dosierbar.

Im direkten Vergleich zum Dragonfly ist der Wisperlight aus unserer Sicht der deutlich schlechtere Kocher: daß er beim Vorheizen stark rußt, wäre noch zu verkraften, aber die mangelnde Dosierbarkeit ist ein wirkliches Handycap: selbst bei minimaler Spritzufuhr ist die Flamme oft zu heiß zum kochen.